Auf den ersten Blick scheint ein Abstract nur ein kurzer Textabschnitt zu sein, in dem du deine wissenschaftliche Arbeit zusammenfasst und den du relativ schnell anfertigen kannst. Allerdings gibt es verschiedene Anforderungen, die dein Abstract erfüllen muss und die du beim Abstract-Schreiben beachten musst. In unserem Beitrag zeigen wir dir alles, was du wissen musst, um dein perfektes Abstract zu schreiben.
Definition: Abstract
Das Abstract ist eine kurze Zusammenfassung deiner Arbeit, die dieser vorangestellt wird und den Lesern in Kürze die Relevanz deiner wissenschaftlichen Arbeit aufzeigt. Wenn du ein Abstract schreiben musst, achte darauf, dass du einen neutralen, informativen Stil mit kurzen und präzisen Beschreibungen verwendest, denn dein Abstract soll keine Aufmerksamkeit für deine wissenschaftliche Arbeit generieren, sondern einen Überblick für Interessierte bieten.
Achte beim Abstract-Schreiben vor allem auf die Länge deines Textes, denn du hast meist nur eine halbe Seite, um folgende Themen deiner wissenschaftlichen Arbeit zu beschreiben:
- Problemstellung
- Forschungsfrage
- Hypothese
- Zielsetzung
- Methodik
- Forschungsergebnisse
- Interpretation deiner Forschungsergebnisse
Ist dein Abstract zu lang, musst du dein Abstract verkürzen, um die Vorgaben einzuhalten. Die Zeitformen, in denen du dein Abstract schreiben musst, sind das Präsens für allgemeine Fakten und das Perfekt für Ereignisse, die in der Vergangenheit stattgefunden haben.
Bei welchen Arbeiten musst du ein Abstract schreiben?
Bei kürzeren Arbeiten wie der Seminararbeit oder Hausarbeit entfällt der Abstract selbstverständlich meist, da diese keine neuen Forschungsergebnisse präsentieren bzw. nicht in irgendeiner Form veröffentlicht werden. Dagegen werden Abstracts in der Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation von immer mehr Bildungsinstituten gefordert.
Abstract schreiben: Inhalte
Da dem Leser im Abstract in Kürze alles präsentiert wird, was essenziell für deine Arbeit ist, gilt für das Abstract-Schreiben insbesondere eines:
Der Abstract ist kein Klappentext, wie man ihn auf der Rückseite eines Romans findet. Deine wissenschaftliche Arbeit ist kein Kriminalroman, in dem es gilt, die Spannung aufrechtzuerhalten und nichts preiszugeben. Ganz im Gegenteil: Du legst die Ergebnisse, zu denen du gelangt bist, im Abstract offen.
Der Abstract soll wichtige Punkte enthalten wie Fragestellung, Zweck, Reichweite, Grenze, Untersuchungsdesign, Methode, Hauptergebnisse, wichtigste Botschaft, Hauptinterpretationen und -folgerungen, Beweiskraft.1 Ein Abstract zu schreiben, heißt also auch die Konzentration zu wahren, um all diese Bestandteile abzudecken.
Merke: Achte beim Abstract-Schreiben immer darauf, dass du nicht nur beschreibst, wie du vorgegangen bist. Du musst in deinem Abstract schreiben, welche relevanten Ergebnisse du erzielt hast und welchen expliziten Wissenszuwachs das Lesen deiner wissenschaftlichen Arbeit verspricht.2
Die Struktur der Arbeit wird auch für das Abstract schreiben übernommen:
Gliederung eines Abstracts | Inhalt im Abstract |
Einleitung |
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Methodik |
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Ergebnisse |
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Diskussion |
|
Merke: Jeder Gliederungspunkt sollte beim Abstract-Schreiben in kurzer Form wiedergeben werden. Du kannst jedem Gliederungspunkt in etwa zwei Sätze widmen.3
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Häufig gestellte Fragen
Wenn du ein Abstract schreiben musst, musst du darauf achten, dass du die Vorgaben zur Länge des Abstracts einhältst und deinen Lesern einen vollständigen Überblick über die wichtigsten Aspekte deiner Arbeit vermittelst.
Dein Abstract spiegelt deine wissenschaftliche Arbeit wider. Die Gliederungspunkte deiner wissenschaftlichen Arbeit sollten sich auch im dazugehörigen Abstract wiederfinden.
Du musst ein Abstract für Arbeiten schreiben, bei denen du deine eigene Forschung präsentierst. Meist musst du bei Abschlussarbeiten ein Abstract schreiben, kannst aber bei kleineren wissenschaftlichen Arbeiten (z.B. Seminararbeiten) darauf verzichten.
Ja! Du musst die relevantesten Ergebnisse deiner Forschung in deinem Abstract beschreiben.
Quellen
1 Theisen, Manuel René: Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen, 2013.
2 Samac, Klaus/ Prenner, Monika/Schwetz, Herbert: Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas, 2009.
3 Kruse, Otto: Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus, 2007.